5 Dinge, die mich an Instagram nerven.

Feb 20, 2016

Eins vorneweg. Instagram wächst und Instagram macht auch Spaß… Die kuschligen Zeiten von Instagram sind aber lange vorbei. Früher war das alles viel persönlicher und individueller, ein Tummelfeld für Enthusiasten … heute ist Instagram Massenphänomen und zunehmend Social Media Kanal für Unternehmen. Und das nicht erst seit der Übernahme durch Facebook und der eingeführten Werbung. Ich hab jetzt mal nachgedacht, was mich im Moment an Instagram stört.

Und es wird vielleicht verwundern, aber die Sponsored Posts und die Werbung sind es nicht mal. Mir missfallen ganz andere Sachen, die eher mit den Usern als mit den Betreibern des Netzwerks zu tun haben.

Fake Accounts bei Instagram

Wer kennt sie nicht die Accounts, die mehr oder weniger auffällig suggerieren, dass man die Zahl der eigenen Follower steigern kann, und das ganz einfach. Man müsse einfach nur das machen, was die wollen… Links klicken und SchoutOuts verteilen…

Oder die Accounts, die gern suggerieren zu einer gut aussehenden, relativ freizügigen Dame zu gehören und in deren Biography meistens ein ebenso dubioser Link versteckt ist. So bekommt man meistens auch gleich Likes von genau solchen Accounts, wenn man an die geposteten Bilder Trend- oder Top-Hashtags anfügt. Um wenigstens ein bisschen so auszusehen, als wäre man ein natürlich erstellter Account, gibt es ganz oft ein paar immer gleiche Bilder… mittlerweile ganz oft auch nur noch eins… und während man vor einiger Zeit noch mit irgendwie realistisch klingenden Namen um die Ecke kam, sind es heute oft nur noch Konstrukte wie zum Beispiel FR$$_FOLLOWER$_$$$$_999550 oder weiß der Fuchs wie…

Die reichliche Anwendung der Blockieren und Melden Funktion ist bei mir schon fast zur Gewohnheit geworden…

Bilderklau bei Instagram

….nervt eigentlich nur… gerade wenn man engagiert fotografiert. So musste ich schon ein Foto von mir entdecken… eine Nachtaufnahme der Wolgaster Brücke…. schamlos in einem privaten Account gepostet. Und darauf angesprochen auch komplett ohne Unrechtsbewusstsein…oder wenigstens moralische Regung. Internet ist halt in allen Generationen immer noch ein Kostenlos-Medium in dem alles kann und nichts muss.

Sieht man dann die ganzen Accounts, deren kompletter Content nur aus offensichtlich irgendwo her kopierten Bildern besteht, wird einem das nächste große Problem von Instagram bewusst. Es werden Hochglanzbilder von wo auch immer und aus welchem Bereich auch immer in Accounts gepostet deren einziger Sinn und Wert eine hohe Anzahl an Follower zu sein scheint. Was das soll, erschließt sich mir irgendwie noch nicht… gut, steckt dahinter irgendein Shop o.ä. dann kann man wenigstens noch irgendeine Intention vermuten… aber das ist bei vielen nicht mal so.

Ich meine hier ausdrücklich nicht Instagram Accounts, die Bilder anderer Instagramer mit allen Credits reposten und so für den Urheber für Reichweite sorgen… und selber welche bekommen… eine Win Win Situation und für mich in Ordnung.

Hochglanz-Profi-Fotos – Realness

Schaut man sich, gerade auch Marken-Seiten (Brand Accounts), an, dann fällt auf, das Instagram von der Fotocommunity mit selbstgemachten Handyfotos, die nochmal ordentlich durchgefiltert werden, zu einem Hochglanznetzwerk gewandelt wird, das immer mehr von professionellen Bildern gezeichnet wird.

Das macht im ersten Moment vielleicht richtig Eindruck. Führt in meinen Augen aber gerade bei Marken und Unternehmen sehr schnell dazu, dass man das vermisst, was gutes Social Media ausmacht. Authenzität, Glaubhaftigkeit… oder wie Mario sagt… Realness. Viele Fotos wirken und sind halt reine Werbeaufnahmen. Steril, unnahbar und eigentlich weit weg vom User. Wenn das in einem Account gemischt wird mit authentischen Fotos, die dem Betrachter das Gefühl vermitteln können, man ist dicht dran, man sieht eben mehr als in Printanzeigen oder Werbespots, dann ist das okay… aber reine Werbeaccounts mit Hochglanzfotos? Da sehe ich Instagram fehlverstanden.

Um ein Überborden dieser Erscheinung wenigstens Einzudämmen versucht Instagram ja das Posten von Desktoprechnern zu verhindern. Das hindert natürlich nur begrenzt und wenn dann nur daran, das Netzwerk vor einer Flut von Massenuploads zu bewahren.

Instagram Accounts mit 5 Fotos aber 15.000 Followern?

Aus den Anfangszeiten der Facebook-Seiten kennen wir das Phänomen. Auf einmal explodieren die Follower Zahlen… Wahnsinn… innerhalb weniger Tage und Wochen waren da auf einmal Kontakte im Tausenderbereich. Und schnell klärte sich auf, wie das ging… Aus den berühmten Klickfarmen kamen da Follower, die zwar Reichweite suggerierten aber nichts mit dem zu tun hatten, was man eigentlich will.

Kontakte, die vom eigenen Angebot profitieren können und umgekehrt. So scheint das im Moment auch bei Instagram zu funktionieren. Reichweite zählt… wenn da auf einmal mehrere tausend Follower sind, das scheint natürlich erstmal beeindruckend. Ich habe da bei diversen Accounts, die mir so untergekommen sind, so meine Zweifel. Und dann sind da halt immer noch die schon erwähnten Follower-Generierungs-Angebote und Shoutout-Maschinen…

Und natürlich ist es nur der Neid, der mir mit meinen gerade mal 450 und ein paar Kontakten aus den Fingern in die Tastatur klappert und das gerade schreibt…

Weg vom quadratischen Format der Bilder

Mittlerweile sollten es alle mitbekommen haben, die Instagram regelmäßig nutzen. Das, was Instagram mal ausgemacht und unverwechselbar gemacht hat, ist weg. Instagram war immer die App mit den quadratischen Bildern. Das war schon sowas wie ein Alleinstellungsmerkmal, ob es jeder gemocht hat, sei mal dahingestellt… dem Erfolg der App hat es jedenfalls keinen Abbruch getan. Das ist seit einiger Zeit vorbei.

Das Format der hochzuladenen Bilder und Videos ist jetzt relativ frei anpassbar und sowohl Quer- als auch Hochformat sind möglich. Das wird vielen gefallen … ich finde es zumindest schade. War der Zwang ins 1:1 Format doch auch immer eine kleine Herausforderung an die eigene Kreativität. Den Bildausschnit richtig zu setzen hat sogar Spaß gemacht… und machte Instagram individuell und besonders… Jetzt? Ja jetzt ist Instagram dann doch nur die Bilderschleuder von Facebook, die Umsatz machen soll.

Und das macht Instagram im Moment ganz gut. Doch wo Licht ist, ist halt auch Schatten. Und so scheint es, dass der oben beschriebene Mangel an Authentizität und Realness gerade dazu führt, dass gerade sehr junge User zum neuen Star am Social Media Himmel wechseln und genau aus diesen Gründen Snapchat nutzen. Da geht das Bild halt raus und ist raus, wie auch immer man selbst, das Aufgenommene oder das Bild halt gerade aussieht… um dann relativ zeitnah wieder zu verschwinden…

Irgendwas hier im Text nicht verstanden?

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Jens

Jens

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Das COFFEEPOTDIARY ist mein ganz persönlicher Platz für Entdeckungen, Gedanken und mehr. Entstanden aus der Idee meinen Kaffeekonsum zu dokumentieren ist es mittlerweile ein Blog mit ganz unterschiedlichen Themen.

1 Kommentar

  1. Robert

    Kann alldem nur zustimmen. Früher (TM) war alles wirklich irgendwie „kuscheliger“. Auch das mit dem 1:1 Format. Am meisten nerven mich jedoch die Fake Accounts, die einem folgen und Bilder liken.

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