Das Sanrenmu M1 gehört in die Abteilung „kann unproblematisch in der Hosentasche getragen werden“. Das hat einige Gründe. Zuallererst liegt es natürlich daran, dass es alle Reglementierungen des deutschen Rechts erfüllt. Dazu ist es ordentlich verarbeitet und dazu noch hübsch anzusehen. Und mit einem Preis von um die 20€ ist es auch noch leicht finanzierbar.

Gefunden habe ich das Sanrenmu M1 in einem Artikel im Messer Magazin 4/2015. Und so war ein direkter Test eigentlich schon fällig.

Der Postbote brachte heute das kleine Päckchen mit dem Sanrenmu M1 und direkt nach dem Auspacken war der erste Eindruck positiv. Das ist bis ins kleinste Detail nicht ganz so bis zum Ende haltbar, ändert aber schlussendlich nichts am sehr guten Gesamteindruck.

Kommen wir vorneweg ganz trocken zu den technischen Daten des  Sanrenmu M1 mit der Artikelnummer 9051MUC-GPH green:

  • Die rostfreie Klinge ist aus 8Cr13MoV Stahl (57-58HRC|Rockwellhärte).
  • Die Klinge ist wie bei Sanrenmu gewohnt scharf geschliffen.
  • Slip Joint Mechanismus ( leichte Klingenarretierung die sich problemlos löst wenn man die Klinge einklappt )
  • Gürtelclip
  • Griffschalen aus robustem G10 Kunststoff in grün-schwarz, es soll nicht unerwähnt bleiben, dass es das M1 auch in anderen Farbvarianten gibt.
  • Daumenpin für einhändiges Öffnen (den man mittels Schraube auch entfernen kann)
  • ca. 100g Gewicht
  • Gesamtlänge 19,4 cm ; Klingenlänge 8,0 cm
  • Klingenstärke 3,1 mm
  • Fangriemenöse am Griffende

Kommen wir zu den Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind. Zum einen ist da die etwas sparsam dimensionierten Griffschalen. Das Sanrenmu M1 ist natürlich und da macht Sanrenmu mittlerweile keinen Hehl mehr draus aus chinesischer Produktion und wahrscheinlich für kleine Hände gebaut. Oder man spart einfach nur ein bisschen am Material. Das M1 liegt aber trotzdem gut und sicher in der Hand und die Griffschalen aus G10 sehen zudem noch gut aus und liegen sehr gut an den Metallwangen des Messers an.

Klappt man die Klinge aus und zerrt und biegt ein bisschen, dann merkt man schon, dass das Messer aus der günstigen Abteilung stammt. Der Mechanismus ist nicht der allerstabilste und der Schwenk beim Ausklappen ist natürlich auch nicht so butterweich, wie bei teuren Klappmessern. Das liegt aber auch daran, dass der Slipjoint Mechanismus über zwei federgelagerte Kegel im Inneren realisiert wurde, die per Federkraft in Aussparungen an der Klinge einrasten – im geöffneten und geschlossenen Zustand. Also auch dies eine Kleinigkeit, die nicht vom Kauf abhalten sollte.

Beides relativiert sich allerdings zusätzlich im Angesicht des günstigen Preises. Was man in der supergünstigen Preisklasse erwarten kann, wird definitiv weit übertroffen.

Scharf geschliffen bedeutet bei Sanrenmu immer auch wirklich scharf geschliffen, das habe ich ja schon in meinem Post über mein anderes Sanrenmu festgestellt. Das Sanrenmu M1 hat natürlich im Vergleich zum 7046LTE-LK eine klassische Klingenform und geht als gaaaaaanz klassisches Taschenmesser durch… ohne Schnickschnack… nur nen Gürtelclip hat man dem M1 gegönnt. Feine Sache. Das kommt vom Charme schon ganz dicht an das gute Opinel heran. Wie man vielleicht weiß, mag ich es bei Messern ja gern schlicht und geradlinig.

Hat man das Messer ausgeklappt, arretiert es mittels bereits erwähntem Slipjoint-Mechanismus. Dieser ist allerdings nicht so fest, dass man ihn nicht wieder mit einfachem Druck mit dem Daumen auf die geriffelte Fläche auf dem Klingenrücken lösen könnte. Das macht das Einklappen einfacher als das Ausklappen. Funktioniert echt gut und ist praktisch.

So bleibt im Fazit nur die Feststellung: Was man für 20€ von einem Klappmesser erwarten kann, wird mehr als erfüllt. Mit den oben erwähnten Kleinigkeiten kann man sehr gut leben, schließlich sollte klar sein, dass man mit dem Sanrenmu M1 keine Bäume fällen soll. Das Design trägt in der Hosentasche nicht auf und empfiehlt sich so wirklich als täglicher Begleiter.