Nichts ist entspannender und erholsamer und trägt so zur Verbesserung und Auffrischung der zwischenmenschlichen Beziehungen bei als ein Urlaub auf Usedom.

Heute früh 7.45 Uhr Wolgast. Brückenzug. Sprich… Kurzer buddhistischer Moment um in sich zu gehen und zu verweilen. Vor und hinter mir Fahrzeuge mit Kennzeichen, die eindeutig als Urlauber zu identifizieren waren.

Hinter mir ein BMW 3er – Cabrio … mit Fahrradträger… ja, mit Fahrradträger… Insassen ein Pärchen… warum ich sie als Pärchen identifizierte… Wer so miteinander umgeht muss schon diverse Jahre zusammen sein… oder so…

Motoren alle aus… Fahrer des BMW Cabrio steigt aus und geht vor um sich das Schauspiel des Brückenzuges von Nahem anzusehen. Seine Begleiterin bleibt im Auto sitzen… mit dem Blick einer mächtig angepissten Anakonda im Anblick eines Kaninchens… Ich wunderte mich jedenfalls, dass mein Rückspiegel diesen Blick überstand.

Die Brücke senkt sich nach ca. 15 Minuten wieder. Einheimische mit jahrelanger Erfahrung haben diesen Ablauf mittlerweile verinnerlicht. Anders so die Urlauber… wie geagt, das Klappteil der Brücke fing an sich abzusenken… Auf einmal Hektik im Cabrio hinter mir… Miss Anakonda springt aus dem Auto, steigt auf der Fahrerseite wieder ein, legt den Sicherheitsgurt an und startet den Wagen… viel zu früh natürlich…

In dem Moment, wo ich das Klingeln der Glocke höre, die die Bewegung der Absperrgitter für die Fußgänger signalisiert, kommt der Fahrer des BMW zu seinem Fahrzeug. Miss Anakonda wieder raus… mit wilden und unfreundlichen Worten an den Herrn, nimmt wieder Platz auf dem Beifahrersitz und zetert dabei munter weiter…

Jetzt mach ich den Motor meines Autos an und dann geht’s auch schon weiter…

Und wie ich mir das nochmal durch den Kopf gehen lasse, sag ich mir… „Urlaub auf Usedom muss doch sowas von erholsam sein, das musste auch mal machen…“