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Abseits vom ganzen Hollywood Getöse mit alten Schlachtschiffen, die Alienschiffe killen, gibt es Filme, die Bilder zeichnen und Geschichten erzählen.

Der Film über Vladimir Wyssozki, dessen Drehbuch aus der Feder seines Sohnes stammt, erzählt die Geschichte der letzten Konzerttournee von Vladimir Wyssozki im Jahre 1979, ein Jahr bevor Wyssozki starb. Wyssozki war in den 70iger Jahren gefeierter Liedermacher in der UdSSR. Und wegen seiner Texte ein Dorn im Auge des KGB. Genau hier dreht sich auch die Geschichte des Films. Wyssozki, von Krankheit und Drogenkonsum gezeichnet spielt seine Tournee und geht dabei dem KGB ins Netz.

Der Film ist ein wunderbares Bild der damaligen Zustände in der Sowjetunion und sowohl für Zuschauer mit direktem Bezug in Zeit oder den Sozialismus aber auch für diejenigen, die sich bis heute kein Bild von den gesellschaftlichen Zuständen in der Sowjetunion machen konnten oder wollten.

Die Einblicke in die Geschichte um Wyssozki zeichnen ein Bild, das dem Zuschauer die Augen öffnet, über das eigentliche funktionieren einer Gesellschaft. Ideologien und politische Dogmatik sind nichts im Zusammenleben in einer Gesellschaft. Sie sind maximal Deckel und Firewall für die Mächtigen.

Das Leben funktioniert aber anders. So zeigt sich, dass auch schon in den Hochzeiten des sowjetischen Sozialismus der Rubel zählt und nicht die pathetischen Reden eines Parteitages.

Wyssozki – Danke für mein Leben zeichnet Bilder, die die Augen öffnen und den Betrachter in eine Welt führen, die man selbst so noch nicht gesehen hat. Der Film kann den Zuschauer dazu anregen mit den über 30 Jahre alten Geschichten über Aktuelles nachzudenken und Parallelen zu ziehen. Es ist eigentlich egal, in welchem System man lebt. einzig entscheidend ist das Individuum. Das Leben des Einzelnen, das Schicksal, das ihm widerfährt und vor allem, wie die Gemeinschaft mit seinen Individuen umgeht.

So zeigt der Film über Vladimir Wyssozki auch, dass der Mensch fehlbar ist und niemand für sich Unfehlbarkeit reklamieren darf, schon gar nicht derjenige, der in der Öffentlichkeit steht. Wyssozkis Texte gegen Drogenmissbrauch und Beschaffungskriminalität stehen im krassen gegensatz zu seinem eigenen Drogenproblem, zeigen aber, dass Gesellschaftsformen trotz ihrer eigenen Grundsätze mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben.

Wyssozkis Sohn verzichtet dabei auf den Aufbau eines Pathos um seinen Vater und versteht es den interessierten Zuschauer zu fesseln. Dabei ist der Film in diesem wunderbaren Stil gefilmt, den man vor allem von sowjetischen und russischen Filmen kennt und erfreut somit auch noch mein Auge.

Wer also mal was Niveauvolles ausm Osten sehen will, was sowohl inhaltlich als auch optisch schön ist, dem seien die 9,00€ (mittlerweile sogar für noch günstigere 4,44€)  für die DVD und die 2 Stunden Lebenszeit nicht zu schade und der möge sich einer Geschichte öffnen, die das Leben schrieb.

Hier der Link zum AMAZON-Angebot –> Wyssozki – Danke für mein Leben (Der Kinofilm)

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