Wenn ein Abend in geselliger Runde mit Helene Fischer eröffnet wird, dann ist der Tiefpunkt derselben schon um 20.00 Uhr erreicht. Wenn dann auch dieser Alpenöhi namens Andreas Gabalier folgt, denke ich schon über eine spontane Anzeige wegen Körperverletzung nach.

Da war ich doch froh, dass ich immer noch von dem musikalischen Highlight am 29. Oktober zehren konnte und kann. Und jetzt ist es auch gar nicht schlimm, dass ich diesen Post schon ne Woche vor mir herschiebe.

Zuvorderst natürlich einen Dank an Mario für die organisatorische Leitung des Unternehmens, den Erwerb der Eintrittskarten und die wiederholte gastfreundliche Aufnahme auf halben Wege zwischen Heimstatt und Berlin.

Unternehmen VOLBEAT begann mit der unausweichlichen Fahrt Richtung Berlin, die unterbrochen wurde durch einen kurzen Zwischenstopp zur Aufnahme von Kohlenhydraten und Koffein in Prenzlau, genauer gesagt im Café Central. Und der Begutachtung der Schönheiten der Perle der Uckermark. Als Freund der Strecken mit Landschaft, sei ein Stopp im Café Central durchaus empfohlen.

Nach einem weiteren Zwischentsopp in der Uckermark, der gleichfalls als Nachtlager dienen würde, ging es weiter nach Berlin um dort weitere bedeutsame und meinem Wohl zuträgliche soziale Kontakte zu pflegen.

Kommen wir aber zum Aufhänger für diesen Post: VOLBEAT Konzertbeginn war auf den Tickets mit 19.30 Uhr ausgewiesen. Sprich 2 Vorbands… Hektik war also nicht angesagt. Der Weg zur Mercedes Benz Arena gestaltete sich Berlintypisch … nervig halt. Die Parkplatzsituation rund um die Arena sollte bekannt sein und bedarf keinerlei wenn auch verdienter Kraftausdrücke. Der olle Acker vor der MB Arena, der da mal war, ist ja nun auch schon seit einiger ZeitBaustelle…können die nicht einfach erstmal irgendwas fertig machen, bevor die was Neues anfangen?!

Mehrere Ehrenrunden später kam es zum knallharten Parkvorgang und ganz die Initialposition einnehmend folgten diverse weitere Fahrzeuge meinem offensiven Fahrzeugabstellvorbild. Herdenzwang halt…

Volbeat in Berlin Oktober 2016

Hundert Meter später standen wir vor dem Einlass zur Arena und wurde spontan auf den Erwerb von Tickets angesprochen…

Der Einlass war freundlich und detailliert… es folgte ein weiterer Blick auf die Tickets und der alpine Auftsieg in den Oberrang… 4 Sitzreihen unter der Decke, vorbei an Burger- und Bierständen, die reichlich frequentiert wurden.

Und fast hätte ich vergessen, auf welchem Konzert wir waren… konnte ich aber nicht… weil geschätzt 99.57% der Anwesenden mit VOLBEAT Shirts unterwegs waren… Ich weiß, Uniformen schaffen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit… mit weißem Hemd biste dann schon wie der Wellensittich in der Herde Spatzen… ja gut, mich stört das ja gar nicht…

Nachdem ich mich am Platz angekommen auch an den freien luftigen Blick aus dem Oberrang in die Halle gewöhnt hatte, konnte ich mich auf dem Sitz mit relativ wenig Platz nach vorn „breit“ machen, der Typ, der uns die Tickets anhandeln wollte, muss die für die 3 Sitze neben uns gehabt haben…. Und sie nicht mehr losgeworden sein… denn die drei Sitze rechts neben mir blieben frei.

Die Vorbands … Godot haben wir verpasst… ja mei, kommt vor… Airbourne haben sich mächtig Mühe gegeben… das Leben als Vorband ist allerdings ein hartes… man ist halt nur überbrückendes Beiwerk und so sehr man sich auch anstrengt. Da springt nur der kleine Funke über… und Airbourne war wirklich gut… es warten halt alle auf den Hauptact

VOLBEAT fingen konsequent um 21.30 Uhr an und spielten den Stiefel engagiert aber konsequent runter. Es war schon zu merken, dass die Tour schon ne Weile ging. Und jeden Abend 2 Stunden Vollgas wollen auch gut geplant und konditioniert sein.

Volbeat in Berlin Oktober 2016

Musikalisch war es natürlich der erwartete Hochgenuss. Der Sound in der Mercedes Benz Arena zu Berlin ist selbst kurz unterm Dach mehr als gut und natürlich… es war laut. So wie es sein soll. Am Werken und Wirken von VOLBEAT gibt es keinerlei Kritik meinerseits zu üben. Live find ich die Herren um Herrn Poulsen sowieso noch mal um einiges besser als im Studio, aber das ist bei engagierter Rockmusik wohl genau so und soll auch so sein. Was es auf die Ohren gab, waren halt Bretter … vom aktuellen Album und alles, was man so zwingend an Klassiker aus dem Opus der Dänen hören möchte.

Es gibt natürlich ein paar kleinere Auffälligkeiten, die sich zu Fragestellungen entwickeln, die man in dem Rahmen hier mal klären könnte…

Was veranlasst diverse Zuschauer während der engagierten musikalischen Darbietung, mehrere Male an die Versorgungsstationen zu tapern und mit Unmengen an Fastfood und Gerstensaft zurückzukehren, um andere Zuschauer debil grinsend dazu zu nötigen aufzustehen um die nach Frittenfett riechenden Individuen auf ihre Plätze durchzulassen?

Und warum erwerbe ich Tickets für Sitzplätze um dann während des Konzertes zu stehen und mir die Sicht auf die Akteure auf der Bühne zu nehmen, wenn man doch auch im Parkett hätte zappeln können?!

Das trübte den positiven Gesamteindruck allerdings nicht.

Volbeat in Berlin Oktober 2016

Was zusätzlich beeindruckend war und immer wieder ist: Nach Konzertende gegen 23.30 Uhr, Zugabe haben sich die Herren von VOLBEAT geschenkt, wie gesagt, bei dem Tourumfang mit täglichen Konzerten, ist das durchaus verständlich, leerte sich die Halle innerhalb von 10 Minuten nahezu vollständig und reibungslos… da kann man nich meckern.

Eine kurze Anekdote noch zum Abschluss. Beeindruckend ist wie schnell es die Herren schaffen von Vollgas auf Null zu gehen. Vor der Bühne kam es wohl zu einer Auffälligkeit, die zur kurzen Unterbrechung führte und souverän von Michael Poulsen durchkommentiert und geregelt wurde. Was auch immer der ganz genaue Anlass war, dafür haben VOLBEAT noch einen Zusatzrespektpunkt verdient…

Die Rückfahrt führte Mario und mich an einen Rasthof zum goldenen M am Rande von Berlin zur Aufnahme von Koffein, wobei zu sagen bleibt, wenn die eins können, dann dünnen Kaffee… der schmeckt, wie ausgekochtes Hartholz. Prima… ganz großes Kino. Das Zeug muss von nem Rentnertanz übrig geblieben sein, Koffein war da nämlich auch nicht mehr oder nur noch in Spuren drin… über das um 1.00 Uhr anwesende Gästeklientel in diesem Etablissement möchte ich mich an dieser Stelle auch ausschweigen.

In dem Sinne… VOLBEAT in Berlin ein voller Erfolg mit soziologisch interessanten Randerfahrungen.