Schaumweine, Sekt und Champagner gelten ja eher weniger als typisches Männergetränk. Warum Ihr aber auch als männliche Zeitgenossen ein Fläschchen Artemovsk Sekt nicht nur für die Damen daheim haben solltet, erklär ich Euch jetzt.

Als alter Ossi ist mir ja gerade Krimsekt nicht ganz ungeläufig. Und auch der Artemovsk Sekt wird als „Krimsekt“ vermarktet. Allerdings stimmt das rein geografisch nicht ganz. Das Ansinnen von  Artemovsk Winery ist allerdings verständlich. Ist Krimsekt als Bezeichnung eben international bekannt.

Warum kommt er jetzt also mit Artemovsk Sekt um die Ecke?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen solltet Ihr mittlerweile gemerkt haben, dass ich gern ein bisschen suche und Produkte teste, die nicht ganz so bekannt sind, aber definitv mehr Beachtung verdient haben.

Artemovsk Sekt gehört hier bei uns im Land der Rotkäppchen – Trinker ganz sicher dazu. Das war in diesem Falle aber eigentlich eher zweitrangig.

Vor einiger Zeit hat das Morgenmagazin der ARD über Artemovsk Winery und die Schwierigkeiten berichtet, die die Sektkellerei im Zuge des innenpolitischen (von Nato und Russland befeuerten) Konflikts jetzt hat. Und da selbst am Morgen meine Ohren schon für interessante Sachen fürs Coffeepotdiary offen sind, musste ich mich über die Artemovsk Sektkellerei und deren Produkte einfach informieren.

Und darüberhinaus… wenn es so weitergeht, wie bisher, dann wird es Artemovsk nur noch wenige Jahre geben, denn so wie es im Moment aussieht, wird es bald nicht mehr genug Rohstoffe, also Wein geben, der zu Artemovsk Sekt verarbeitet werden kann.

Im Angesicht der Zerstörungen und Kriegszustände in der Ukraine eigentlich ein Luxusproblem, aber auch das führt uns vor Augen, was da für ein Schwachsinn passiert.

Aber zurück zum Artemovsk Sekt

Schön gemacht ist die Webseite von Artemovsk Winery. Dass der deutsche Markt scheinbar nicht groß genug zu sein scheint, sieht man schon hier. Ukrainisch, Russisch, Englisch, Chnesisch … nur in deutsch gibt es die Webseite nicht. Das wiederum ist keine Kritik, nur Feststellung.

Die Webseite ist schön gemacht und informativ. Ein Blick in die Galerie zeigt dann auch, dass Artemovskoye anscheinend schön macht. 😉 Das hab ich ja so schonmal bei Facebook gepostet und wer in die Galerie schaut, wird vielleicht verstehen, warum mir der Gedanke kam… 😉

So erfährt man auf der Webseite von Artemovsk Winery aber auch, das Artemovsk die größte osteuropäische Sektkellerei ist, die nach dem klassischen Champagnerprinzip Sekt herstellt. Und das in einem mit eigenem Mikroklima, gleichbleibender Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgestattetem Keller, der 72 Meter unter der Erde ist.

Die komplette unterirdische Fläche der Artemovsk Winery beträgt um die 25 ha und beinhaltet um die 30 Millionen Flaschen Schaumweine im Produktionsprozess. Traditionelle, erprobte Prozesse und fortschrittliche Technologien garantieren höchste Qualität und beste Produkte, die keinen Vergleich zu scheuen brauchen.

Bis ins Jahr 1950 reicht die Geschichte der Artemovsker Schaumweine zurück und um doch nochmal kurz zurückzugreifen, es wäre schade, wenn diese Geschichte enden würde.

Ist Artemovsk denn nun Krimsekt?

Lasst uns das mal an einer Karte betrachten:

Wie wir sehen ist Artemovsk in der wirklich heißen Region in der Ostukraine gelegen.

Und die Krim wiederum ist sehr weit weg. Dennoch verkauft man den eigenen Sekt natürlich vorwiegend mit Namensbezug zur Krim, ist der russische Markt nunmal der größte Abnehmer. Finde ich persönliche schade, ist das Marketing in meinen Augen doch zu sehr darauf ausgelegt… Krimart, Krim, Krimsekt… dabei wäre gerade das Artemovskoye in meinen Augen vermarktungswürdig.

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Lohnt sich denn der Kauf?

Ich war und bin ja nicht der wirkliche Sekttrinker. Und der Kauf vom Artemovskoye war natürlich vordergründig politisches Statement. Trotzdem kann ich ohne weiteres sagen, dass sich die knapp 9,00€ für den Artemovskoye Sekt durchaus lohnen. Zum einen hat man ein exklusives Produkt in einem exklusiven Moment, was das Massenprodukt Rotkappe bei Preisen von teilweise unter 3€ im Discounter einfach nicht leisten kann. Und dennoch ist mit dem immernoch überschaubaren Preis Artemovskoye der kleine Luxus, den man sich auch einmal öfter gönnen kann.

Ich möchte hier auch keine Vergleiche zu den Edellimonaden, mit den unaussprechlichen Namen und rosa Etiketten. Das ist nicht die Liga, in der das Coffeepotdiary unterwegs ist.

Zum anderen schmeckt Artemovskoye in seiner lieblichen Variante einfach nur lecker. Kalt muss er aber sein, so seh ich das. Nach meiner Testflasche, werd ich wohl wieder und dann auch ein paar andere Sorten bestellen. Die geteste Flasche ist als 2010er Jahrgang ausgezeichnet und wie man auf dem Etikett erkennt dann schon für den deutschen/deutschsprachigen Markt produziert.

Die liebliche Variante zeichnet sich durch ein wunderbar ausgebautes Bouquet aus, zudem ist er überaus harmonisch, blumig und wunderbar frisch im Geschmack… aber, auch wenn ich mich wiederhole, gekühlt muss der Tropfen sein.

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Wo bekommst Du Artemovskoye jetzt her?

Mit ein bisschen Hilfe durch die Suchmaschine habe ich einige Onlineshops gefunden, die sich auf osteuropäische Produkte spezialisiert haben und einen von denen einfach mal ausprobiert. Wer bei sich einen Laden hat, der sich auf osteuropäische Produkte spezialisiert hat, sollte natürlich erstmal da vorbeischauen. Neben Artemovskoye Sekt habe ich noch ein bisschen Wein aus der Republik Moldau und Rumänien bestellt.

Bezahlung & Lieferung absolut simpel und unkompliziert und zuverlässig. Also für alle, die lieber liefern lassen, die können ja hier mal bei Prodtorg.de gucken.

Und warum jetzt gerade Männer auch zu Artemovskoye Sekt greifen dürfen und sollten? Naja… mit dem Tröpfchen im Kühler beweist man halt schon mal Geschmack und kosmopolitische Weitsicht… 🙂

Habt Ihr schonmal Artemovskoye oder Krimsekt getrunken? Wie schmecken Euch die Schaumweine aus der Ukraine?