Ich wollte ja eigentlich nett sein… kann ich aber nicht und will ich manchmal auch nicht.

Absolutes Provokationspotential hat bei mir die Sendung Maybrit Illner im ZDF . Seit einigen Wochen stelle ich in der Sendung ein Phänomen fest, das mich sowas von auf die Palme bringt.

Schon in der Sendung am 29.01.15 „Aufstand in Athen“ in der es, natürlich, um Griechenland ging, bin ich nach wenigen Minuten innerlich an die Decke gegangen. Am Tisch saß nicht ein Grieche, der sachlich die Fakten darstellen konnte. Wenn ich den Herrn Oettinger, in Brüssel abgestellter Ex-Ministerpräsident, sehe, kommt mir jedesmal die Galle hoch. Einzig Gregor Gysi hatte das Potential mich zu beruhigen.

Die wirkliche Frechheit an der Sendung war allerdings, dass die Redaktion die arrogante Dreistigkeit besaß, den einzigen Gast mit direktem Bezug zu Griechenland, Dimitri Kamargiannis, griechischer Unternehmensberater und Manager, an einem Stehtisch neben das eigentlich Podium zu platzieren. Der dann von da auch mal was sagen durfte.

Plakativer kann man die Rolle Griechenlands innerhalb Europas im Moment nicht darstellen. Abseits am Katzentisch. Als wispernder Bittsteller. Super! Deutsches Fernsehen von seiner „besten“ Seite.

In nicht einer der typischen Talkshows hatte bis jetzt ein Vertreter Griechenlands, der neuen griechischen Regierung,  auch nur die Möglichkeit seine Argumente sachlich zu präsentieren. Immer wird von oben herab, bevormundend und oberlehrerhaft auf Griechenland eingeschlagen, ohne auch nur einmal zuzugeben, dass eben das griechische Problem ein europäisches ist. Auch ein von Europa verschuldetes.

Und dann das gleiche Prinzip in der gestrigen Sendung am 5.2.15 … „Russland gegen den Westen“ … wieder ein Aufmacher im besten BILD – Stil… allein schon da schaudere ich aufs Neue. Was soll sowas? Genau das ist Polemik, die uns ganz und gar nicht weiter bringt.

Und wieder… kein einziger Russe oder Ukrainer in der Sendung. Dafür NATO-Stoltenberg, bei dem ich immer mehr das Gefühl bekomme, dass er nur darauf wartet auf dem Schlachtross und glänzender Rüstung nach Osten reiten zu dürfen… dazu natürlich Flinten-Uschi … dazu Matthias Platzeck fürs Deutsch-Russische Forum, der übrigens ein paar sehr wichtige und richtige Dinge über das russische Empfinden und die Mentalität gesagt hat, und Katja Kipping, Vorsitzende der Linken.

Frederick Kempe vom Atlantic Council durfte dann auch noch an den Tisch… Das Atlantic Council bezeichnet sich selbst gern als Denkfabrik… Ich möchte mich mal aus dem Fenster legen und das Atlantic Council als Lobbyverein bezeichnen, dem Freihandel und auch mal ein bisschen Rüstungsgeschäft ganz gut gefällt.

Aber wie wir sehen, kein Russe, kein Ukrainer … es wird über andere geredet… das gibt mir allerdings ziemlich wenig. Ich will nicht, dass „über“ sondern „mit“ geredet wird, gerade in einer Talkshow. Und dazu muss man auch mal den Mut haben Leute einzuladen die polarisieren… und nicht das glattgebügelte Klientel, dass sich gern in jede Kamera drängt… so wie Flinten-Uschi…

In dem Sinne… Maybrit Illner ist bei mir als politische Talkshow mehr als durchgefallen. Achja… Günther Jauch ignoriere ich übrigens aus vollster Überzeugung komplett!