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Wenn Sido nicht ausm Block sondern von hier wäre… dann würde seine Welt vom 1. bis zum 16. Parkplatzgebührenautomaten reichen.

Ja, das ist wohl relevant, wenn es schon im ersten Absatz eines analysierenden Textes steht… weiter werde ich diesen wiederum nicht analysieren… ich will keine Gemüter erhitzen oder sanfte Egos ankratzen…. Das Ohr mal an die Basis legen… das wiederum könnte Sinn machen.

Apropos Sinn… meine Antipathie gegenüber Bewertungsportalen ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Die Wertlosigkeit dieser Seuche führen Anekdoten wie diese zutage.

Es ist zum einem gute deutsche Sitte, dass es unter den Deutschen geregelte Essenszeiten gibt. Mittag ist um zwölf, Kaffee um halb vier und Abendessen um sechs… so war es schon immer und das können auch die alibi-multikulturellen Italiener und Chinesen nicht ändern… UM SECHS IST ABENDBROT!

So passierte es einer Kellnerin in einem Restaurant, das ich gerne besuche, dass auf die Aussage, dass im Moment, also genau um die DEUTSCHE ABENDBROTZEIT kein Tisch frei wäre, mit einem „BLÖDE KUH!“ geantwortet und dann das Restaurant verlassen wurde.

Im Angesicht dieser bodenlosen Frechheit stelle ich die Wertigkeit jeder Restaurantbewertung auf einschlägigen Netzwerken konsequent in Frage. Da müssen sich Restaurants und andere Dienstleistungseinrichtungen unmöglichsten Vorwürfen ausgesetzt sehen, ohne sich dagegen wirklich effektiv wehren zu können.

Zum anderen muss man sich dann auch noch derartige Ausfälle gefallen lassen.

Solange das Benehmen und der Auftritt derer, die dann meinen, ihre Befindlichkeiten mit unprofessionellen Bewertungen ausleben zu müssen, derart unterirdisch ist, sind genau eben diese miesen Bewertungen im Netz einfach null und nichtig und unglaubwürdig.

Unglaubwürdig… ja genau das sind auch diejenigen, die auf der Couch lungern und Zeitschriften lesen, in deren Titel das Wort Wald vorkommt, ohne sich in jenem welchen regelmäßig aufzuhalten. Dass Print tot sein soll, widerlegt der Anblick des Zeitschriftenregals in einem größeren Supermarkt. Da sind diverse Wandmeter vollgestellt mit Regalen auf denen die Auswüchse der Zeitschriftenindustrie auf Käufer warten.

Nach gefühlt hoher zweistelliger Anzahl von Zeitschriften mit „Land“ im Titel, die wohl eher die weibliche Leserschaft ansprechen sollen, finden sich dort in direkter Nachbarschaft für die rein biologisch männliche Leserschaft mittlerweile mehrere Titel mit „Wald“ im Namen.

Und so sitzen dann die modern urbanen Pärchen nebeneinander in der Altbauwohnung im Kiez auf der schwedischen Presspappcouch bei Matcha Latte und Chinoaröllchen und fantasieren über Blumendeko und so dem harten Überlebensscheiß irgendwo in skandinavischen oder kanadischen Wäldern…

Da läuft einem, der noch nen Garten hat und mehrmals täglich in und durch den Wald in Sichtweite stolpert doch die Galle über. Der Pfosten in Karohemd, Vollbart und mit Mülltütenknotenmännerdutt kann keine Linde von ner Buche unterscheiden, hat noch nie kopulierende Karnickel auf ner Waldlichtung gesehen, liest aber Zeitschriften über Outdoor und Wald…

Und wenn sich die Klientel aus der Großstadt dann am Wochenende mal weiter rauswagt als in oder auf den nächsten Biomarkt, wo Superfood gekauft wird, dass so exotisch ist, dass es per Schiff oder Flugzeug aus Südamerika eingeflogen wird, was so umweltfreundlich und nachhaltig ist…dann ja dann geht es zu einer dieser neumodischen Foodmanufakturen im Umland…

Die sind hip, dass die Hipster da einschlagen und dann an den zubereiteten bodenständigen Köstlichkeiten nuckeln… oder eben dann doch nur an einem Industriebier nippeln, dass ein neues Etikett bekommen hat und jetzt als „Craft Beer“ über den Tresen geht… und dann kommen so Sprüche wie „Ja, wir müssen ja auch mal was für Brandenburg tun.“ Von Leuten aus Berlin… der Stadt, die am Tropf des gesamten Republik hängt… egal… das würde jetzt zu weit führen…

Da kannste nur zugucken und dich auf dein Mischbrot aus der alten Kleinstadtbäckerei freuen… davon säbelste dir dann erst mal zwei dicke Stullen ab und haust da Käse rauf und Wurst und Schinken … und dann beißt du rein in diesen Block unkorrekter Nahrung, lehnst dich zurück, schaust den Amseln und Spatzen dabei zu, wie sie über deinen unperfekten Rasen laufen, dein Hund liegt neben dir und ein liebliches „fickt euch!“ wandert durch deinen Geist und du entspannst…

Kurz…bis dir der nächste Scheiß über den Weg läuft, der dich aufregt und du nicht anders kannst als einen Text zu schreiben… für deinen Blog, damit du dich entspannen kannst und nicht ausrastet ob der dich umgebenden allgegenwärtigen Idiotie…

Dieser Post wurde auch motiviert durch den „Flohmarkt der Gefühle“ nebenan bei Frau Müller… die wollte ja, dass man vordergründig über den eigenen Job schreibt… den mag ich allerdings gern und reg mich da selten auf und wenn dann über lösbare Kleinigkeiten… was mich aufregt ist das Leben rundherum… und deswegen schreib ich lieber dazu was… außerdem liebt die Leserschaft diese schriftlichen Ausbrüche und die Schachtelsätze, die darin des öfteren auftauchen…

In dem Sinne… ich geh mir jetzt ne Zweizentimeterstulle abschneiden… und ess dazu nen Apfel…

Jens

Jens

COFFEEPOTDIARY.de | FGW

Das COFFEEPOTDIARY ist mein ganz persönlicher Platz für Entdeckungen, Gedanken und mehr. Entstanden aus der Idee meinen Kaffeekonsum zu dokumentieren ist es mittlerweile ein Blog mit ganz unterschiedlichen Themen.

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