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Nächster Sherry, nächster Künstler… könnte so simpel sein… ist es aber nicht. Genauso wenig wie der Sherry. Der Manzanilla war eine kleine Herausforderung.

Die Testbedingungen habe ich ganz leicht angepasst. Die Sherrys teste ich jetzt in drei Temperaturstufen. Zuerst ordentlich runtergekühlt aus dem Kühlschrank und dann noch zweimal. Einmal bei Zimmertemperatur und davor noch einmal in einer Zwischentemperatur… als leicht kühl. Ohne das jetzt präzise mit einer Zahl beschreiben zu können. Will ich auch nicht. Wein ist für die Seele, da können Laborbedingungen ruhig mal außen vor bleiben.

Der Manzanilla wanderte nach zufälliger Auswahl in den Kühlschrank und blieb da für 24 Stunden. Dann verlor Delinquent Nummer 2 seinen Korken und floss in das Zwiesel TASTE! Glas … allein das Kondenswasser am Glas im durch die sommerlichen Temperaturen aufgeheizten Raum war schon nett anzusehen. Die strohblonde Farbe des Manzanillas ist es ebenso. Der trockene Sherry verströmt Duftaromen die mich schon diverse Zentimeter vom Glas entfernt überraschen.

Was da an Frische und obstigen Düften in die Nase schwebt, macht neugierig auf das, was der Manzanilla am Gaumen auslöst. Und auch da weiß der hellblonde Spanier zu überzeugen. Wie gesagt, was da auf Zunge und Gaumen trifft ist ein trockener Sherry… mit milder Säure und immer noch leicht und angenehm Sherry-süß…ein bisschen…

 

Das besondere am Manzanilla ist die Hefeschicht auf dem im Ausbau befindlichen Wein in den Fässern. Das verhindert Oxidation und Luftaustausch des Weins während des Ausbaus. Der Manzanilla wird dazu nur in einer speziellen Region ausgebaut … nämlich im Städtchen Sanlúcar de Barrameda und das wiederum während seiner Reifezeit auf 3 verschiedenen Ebenen in unterschiedlichen Entfernungen zur Meereshöhe.

Und wie man weiß sind es genau diese speziellen regionalen Besonderheiten, die den einzelnen Wein zu dem machen, was er ist.

Empfohlen wird, den Manzanilla vorm Genuss ordentlich runterzukühlen… 6-8°C …das ist ordentlich frisch… aber gut, gesagt getan, wie schon geschrieben, lag der Manzanilla gepflegte 24 Stunden im Kühlschrank und konnte da vor sich hinfrösteln…

Ich muss ganz ehrlich sagen… in meiner Testumgebung, in der ich mich nur auf den Wein und nicht auf etwaige dazugereichte Speisen konzentriere, kommt der Manzanilla so kühl serviert doch ziemlich stark daher… da merkt man dann halt deutlich, dass der Kamerad eher trockenen Humor hat… unterkühlt noch dazu… aber kann man machen… der Sherry hat da halt ordentlich Charakter und lässt sich aromatisch nicht lumpen…

Und das in Kombination mit einem Katalog von Marc von der Hocht… das passt wieder ganz gut. Werke von Marc von der Hocht sind ebenfalls Bestandteil der „Berlin-based“ Aussetlung im Till Richter Museum im Schloss Buggenhagen. Und wie auf den Bildern zu erkennen, sind die Arbeiten von Marc von der Hocht ebenfalls sehr eindrucksvoll. Farbgewaltig und formenstark.

Marc von der Hocht, geb. 1978, lebt und arbeitet in Berlin und kann mittlerweile auf eine eindrucksvolle Liste an internationalen Ausstellungen verweisen. Interessant sind allerdings nicht nur die Arbeiten, die er in seinem aktuellen künstlerischen Schaffen präsentiert. Spannend wird es, wenn man weiß, dass Mar von der Hocht in früheren Jahren in der Graffiti und Sprayer Szene unterwegs war und somit seine Entwicklung und seine Kunst aus der Streetart beeinflusst und inspiriert wurden…

 

Wie man auf den Fotos auch erkennt, liegt momentan das „Hardwired … to Self-destruct“ Album von Metallica auch auf meinem Wohnzimmertisch. Ich gebe zu, als ich den Manzanilla probiert habe, dessen Basis übrigens aus den Trauben der Palomino Rebe stammt, habe ich nicht Metallica sondern Kansas gehört und festgestellt, dass Carry on Wayward Son … also der Titelsong von Supernatural eben von Kansas ist… was einem so eine Classic Rock Playlist doch alles offenbaren kann und das am späten Abend.

Das Metallica Album in seiner Deluxe Variante war das erste Metallica Album, das ich aus voller Überzeugung und ohne den faden Beigeschmack der doch ansehlichen Preise für Metallica Alben gekauft habe. Nachdem in den letzten Wochen doch recht plakativ gezeigt wurde für welche Preise musikalische 1-Song-Machwerke über die digtiale Theke gehen … war der Preis für drei CDs voll neuer und klassischer Metallica Songs gerechtfertigt…

Ich habe den Manzanilla dann wie schon geschrieben etwas atmen und auf Temperatur kommen lassen und siehe da, auch das geht. Mit ein paar Grad mehr verliert der Sherry seinen trockenen Akzent etwas und wird weicher. Die Duftaromen kommen allerdings und das wundert mich etwas, oder es liegt an mir, nicht ganz so dominant aus dem Glas in die Nase, sind aber natürlich immer noch deutlich und schön vorhanden.

Wenn man den Sherry jetzt zum Essen trinken, dann sicher ganz gut zu Fisch und Meeresfrüchten, zu salzigem und durch die eher schwache Säure natürlich zu allem, was schon ein bisschen Säuren mitbringt, Salate, Dressings und so weiter… hier wiederum… in der gut gekühlten Variante serviert und getrunken kann der Manzanilla trumpfen…

Wer so wie ich absoluter Purist ist und den Wein für sich allein will, kann ruhig ein paar Grad draufschlagen und die Trinktemperatur etwas höher ansiedeln… und der Selbsttest hat gezeigt… auch der Manzanilla braucht keine Speisen… der steht auch solo gut da und weiß zu überzeugen…

Jens

Jens

COFFEEPOTDIARY.de | FGW

Das COFFEEPOTDIARY ist mein ganz persönlicher Platz für Entdeckungen, Gedanken und mehr. Entstanden aus der Idee meinen Kaffeekonsum zu dokumentieren ist es mittlerweile ein Blog mit ganz unterschiedlichen Themen.

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