Ein Moment um innezuhalten und Danke zu sagen.

von Okt 3, 2014Allgemein0 Kommentare

Der 3. Oktober … 25 Jahre Wende, Wiedervereinigung. Bla sülz Suppentopf. Auf alle Fälle der Moment um ein wenig sachlich auf das zu sehen, was passiert ist und wofür man vielleicht mal danken kann.

Für wieviel Demokratie, Freiheit und Recht jeder selbst dankbar ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich persönlich ist der ab und an aufkommende Gedankengang, was wäre wenn das alles nicht so gekommen wäre, nicht zu Ende zu denken, weil das was hätte sein können einfach nicht denkbar ist.

Trotzdem verweigere ich mich dem allgemeinen Glücks- und Dankestaumel. Das ist mir zu Propaganda, zu an den Haaren herbeigezogen, einfach nicht das, was sein sollte. Wir leben natürlich im Vergleich betrachtet in Luxus, Freiheit und sogar Gerechtigkeit. Und sicher bin auch ich dafür dankbar. Für Heim, Arbeit, und alles, was man sich so leisten kann.

Trotzdem darf und muss man kritisch bleiben. So sage ich Danke für meine kleine Firma und die Infrastrukturen, die sie möglich machen. Kritik allerdings daran, was da in Sachen Digitalspionage und Datenhunger ist, der unser gutes altes MfS mittlerweile ziemlich blass aussehen lässt…

Und so könnte man wahrscheinlich tausende und abertausende Worte über alles schreiben, was eben nicht so läuft, wie man sich das noch vor 25 Jahren gewünscht und vorgestellt hat, wobei eines in dem Zusammenhang besonders zu kritisieren ist. Der Verfall und Abbau der demokratischen und bürgerlichen Rechte. Der ständige Machtzuwachs von Lobbys und der Abbau juristischer Verteidungsmöglichkeiten des Bürgers.

Das alles ist sicherlich ganz anders als das, was sich Demonstranten in Leipzig, Dresden, Rostock, Berlin und der ganzen DDR vorgestellt hatten. Und so bleibt nach 25 Jahren wieder nur das Fazit. Kapital gewinnt gegen Demokratie. Angeführt von einer lethargischen Ossi-Physikerin, die alles hat, nur kein Charisma, keine Perspektiven und schon gar keine Leidenschaft in der Entwicklung der Gesellschaft. Dazu ein Ossi-Pastor mit der Freundlichkeit einer hungrigen Katze und einem ungeklärten politischen Verhältnis in den 80igern… als Präsident und ein Volk, dass dieser seltsamen Mischung aus Schlafmittel auch noch mit mehr als 75% zustimmen. Unglaublich… früher war mehr Charisma… mehr Persönlichkeit, wo heute nur Helmfrisur und Hosenanzug sind.

Und diejenigen, die in den letzten 25 Jahren mit am heftigsten bekämpft wurden, sind die, die die logischsten Perspektiven für unsere Gesellschaft haben… Danke Dr. Gysi.

Mal davon abgesehen. Wofür ich im Moment wirklich dankbar bin… Für unsere Nachbarn, ob nun Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, die Schweiz, Belgien, Luxemburg, die Niederlande und Frankreich… im Angesicht unserer momentan nicht vorhandenen Verteidigungsfähigkeit bin ich jeden Morgen froh und dankbar, dass man uns nicht einfach  mal so über Nacht untereinander aufgeteilt hat. ( 😉 ) Aber was sollen sie schon mit uns unbeweglichen Meckerköppen… 😀

Jens

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