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Mir begegnete vorhin ein weißer Mercedes mit H Kennzeichen. Und das war einer, an dessen Markteinführung ich mich noch erinnern kann. Das las ich zwar damals noch in den Autozeitungen ausm Westen, die der Bruder meines Opas nach einem Besuch bei meinen Großeltern ließ. Aber ich kann mich noch daran erinnern. Das heißt, das weiße Schmuckstück ist mittlerweile mindestens 30 Jahre alt und kann daher als historisches Fahrzeug zugelassen werden. Gleiches gilt mittlerweile für die BMW Baureihen E30 und E32 … also die 3er und 7er, die noch Anfang der 90er heiß begehrt waren.

Nicht schlecht… da guck ich also schon auf das eine und das andere Lebensjährchen zurück.

Worum es aber eigentlich gehen soll.

Ich bin in der letzten Woche auf einen Artikel in der Zeit gestoßen. Darin ging es um Sigmund Jähn, den wohl jeder Ossi als ersten deutschen Kosmonauten kennen dürfte und der wohl zu den ostdeutschen Jugendhelden zählen dürfte.

Der Raumflug von Sigmund Jähn startete am 26. August 1978, also genau heute vor 40 Jahren.

In dem Artikel ging es unter anderem darum, dass der Raumflug und die Person Sigmund Jähn in der BRD bis heute kaum stattfindet. Dabei ist die Lebensleistung von Sigmund Jähn bis heute hoch zu bewerten.

Abgesehen von einigen Büchern und Fernsehreportagen im rbb und mdr ist es um Sigmund Jähn relativ still. Warum das so ist … nun gut, man könnte natürlich meinen, das liegt an der Politisierung der sowjetischen/sozialistischen Raumfahrt. Die Kosmonauten waren natürlich immer auch Mittel der politischen Propaganda. Das könnte man natürlich argumentieren und gleichzeitig technische und wissenschaftliche Aspekte beleuchten, die nicht von der Hand zu weisen sind.

Und selbst jetzt zum 40jährigen Jubiläum dieses Raumfluges ist es auffallend still um Sigmund Jähn, dem selbst das wahrscheinlich ganz recht ist. Denn wie liest man in dem Text in der Zeit: “Er hätte einmal in seinem Leben erlebt, wie die Schilder mit seinem Namen über Nacht abgehängt wurden, nun müsse er sich am Ende seines Lebens nicht noch einmal anschauen, wie sie wieder aufgehängt würden.” Der Mann hat Größe, ganz unweigerlich.

Im Vergleich zu den Kilometern, die Jähn während seines Raumflugs zurückgelegt hat, wäre es ein ziemlich kleiner Sprung über den eigenen Schatten für die Bundesregierung, die Leistung des ersten deutschen Kosmonauten zum 40jährigen Jubiläum anzuerkennen und offiziell zu würdigen.

Mein gut sortiertes Archiv förderte im Übrigen das im Titelbild zu sehende Buch zu Tage, das ich irgendwann in den Achtzigern in jungen Jahren auch irgendwann im Sommer las und mich faszinierte.

Sigmund Jähn ist natürlich sehr eng mit der russischen Raumfahrt verbunden. So könnten gerade Personen wie Sigmund Jähn, die sowohl hier als auch in Russland einen angesehenen Ruf haben, eine wichtige und positive Wirkung auf die unfraglich wichtigen Beziehungen zu den Kollegen in Russland haben.

Könnte man ja wenigstens mal drüber nachdenken und dann was draus machen… In diesem Zusammenhang sollen daher auch Ulf Merbold und Alexander Gerst erwähnt werden. Merbold holte Sigmund Jähn als Berater zur ESA, wahrscheinlich weil er den Wert der Kontakte Jähns nach Russland kannte und richtig bewertete. Alexander Gerst würdigte Sigmund Jähn schon bei seinem ersten Raumflug 2014… alles nachzulesen im verlinkten ZEIT-Artikel… und auch die etwas blamable Vorstellung der Bundesregierung in Bezug auf das Jubiläum des ersten Raumflugs eines Deutschen…

Und welcher Ossi weiß nicht, wo Morgenröthe-Rautenkranz liegt?