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Das Thema des Artikel in der taz ist im Angesicht der allgemeinen Lage in Gesellschaft und Politik fast schon nebensächlich. Aber eben nur fast…. Das Thema ist dann doch nicht ganz so banal wie es erscheinen mag und Margarete Stokowski hat im Prinzip auch Recht mit dem was sie da schreibt… Die Kritik um den “Guide” – Wahn in Frauenzeitschriften, die Bloßstellung von Frauen, die sich bloßstellen lassen, schwache Persönlichkeiten, die sich von Mode und Trends fangen lassen und den Vorgaben selbsternannter Experten folgen… Und dann ein scheinbar männlich gesteuerter Sexismus, der die lesende Frau zum Werkzeug der männlichen Gelüste macht.

Nur einen Haken hat die ganze Sache in meinen Augen… Frau Stokowski nimmt das alles viel zu ernst und schwingt die Feminismuskeule. Nicht zu Unrecht aber zu kurzsichtig. Längst und schon lange findet in Zeitschriften mit männlicher Zielgruppe dasselbe statt. Auch hier geht es um Stil und Style … ob um den eigenen Körper oder Outfits, die Mann unbedingt tragen muss um von seiner Umwelt ernst genommen zu werden, das Problem in der taz ist also nicht frauenspezifisch zu betrachten.

Dennoch geht das alles ein bisschen zu weit. Ich bekomme beim Lesen des taz Artikels von Margarete Stokowski den Eindruck, dass Frauen die Aussagen in den kleinen bunten Monatsschriften wirklich zum Maßstab ihres Lebens machten und völlig unreflektiert die getroffenen Aussagen und Vorgaben leben….und genau das kann ich mir nicht vorstellen.

Kann doch nich wahr sein, dass die angeblich fortschrittlichen Frauen der Gegenwart sich von irgendwem diktieren lassen, was sie wie wo und wann machen dürfen oder müssen.

Ich glaube sogar, dass Frau Stokowski einem typischen Journalisten Irrtum aufgesessen ist. Ich habe das Gefühl, dass der klassische Journalist immer noch glaubt Recht und Wahrheit allein auf seiner Seite zu haben und das was da geschrieben wird und steht genau so umgesetzt werden muss. Genau das ist aber nicht oder nicht mehr der Fall. Journalisten geben wenn dann nur ihre Sicht der Dinge wieder, die sie sehen und hoffentlich eingehend recherchiert haben.

Und genau hier in diesem Fall verkennt Frau Stokowski den Wert und die Zielrichtung der Publikationen, die sie kritisiert. Es geht gar nicht um das Diktat der Zeitschrift an die Frau sich beim Oralverkehr gefälligst Mühe zu geben und das eine oder andere Outfit oder Makeup tragen müssen. Es geht vielmehr um kurzweilige Unterhaltung und den Moment, sich über etwas aufregen zu können und es genau deswegen eben nicht umzusetzen. Es ist die schöne bunte Welt, die ablenkt von der Realität. das monatliche Märchenheft für die Diskussion mit den Freundinnen…. nicht mehr und nicht weniger. Und hier geht es um Outfits, Makeup und Sex… Während es bei Männern um Autos, Technik und Sex geht… 😀

Ich lese mir auch den Fahrbericht vom neuesten Sportwagen durch und weiß, dass ich den in den nächsten Monaten wohl eher nicht fahren werde. Warum auch… Ein anderer hatte Spaß mit dem Teil und ich unterhalte mich jetzt mit seinem Text darüber…

Also liebe Frau Stokowski… Männer und Frauen sind sich ähnlicher als sie sich gegenseitig zugestehen würden. Und im normalen gesellschaftlichen Umfeld sind Frauenzeitschriften auch weder böse noch faschistisch. Sie sind unterhaltend, aufregend und am Ende die Artikel in den Frauenzeitschriften eh nur die Umrahmung der unwirklichen und übertriebenen Werbeanzeigen für Bekleidung, Schuhe,  Kosmetik, Möbel und diverses andere Zeug, das Frauen einfach nur das Geld aus den Taschen ziehen soll.

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