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Wenn Du beim Ersten in dieser Woche für die Übertragung des DFB Pokals verantwortlich warst, und dich für Schalke gegen Bremen entschieden hast und dann hinterher merkst, dass das der klassische Fehlgriff war, weil die schwächelnden Schalker in einer eher langweiligen aber live übertragenen Partie gegen Werder mit 0:2 untergehen, dagegen die Zweitligisten aus Heidenheim dem FC Bayern nur knapp in einem echt guten Pokalspiel mit 4:5 unterliegen…dann war das nicht deine beste Woche.

Das war dann nämlich klassisch ins Klo gegriffen, weil man ja damit rechnen musste, dass die Bayern die Heidenheimer deklassiert nach Haus schicken… war aber nicht so…

Tja… gut….das rettet die Welt jetzt nicht, macht sie aber auch nicht noch kaputter… und ja, ich habe ein ganz harmloses Interesse an Fußball.

Noch unterhaltsamer als Bayern gegen Heidenheim ist im Moment das Theater in Großbritannien, das sich selbst Sportfreund Shakespeare nicht besser ausdenken könnte.

Die Frage, die sich jeder wohl zu stellen scheint, ist, was die Briten denn nun wollen, denn bisher wissen wir irgendwie nur, was sie nicht wollen… nämlich alles… also sie wollen alles nicht… aber sie wollen alles… also nicht die Briten an sich… solange die nicht in meinen Urlaubshotels auftauchen, sind die sogar ganz nett und putzig…

Wobei wir gerade an England sehen, wie wichtig ein bisschen Migration ist, um eben den Genpool immer mal wieder ein bisschen umzurühren und aufzufrischen…

Wirklich Kopfschütteln lässt uns ja auch erstmal nur das britische Parlament, das seit Wochen zum ganz großen Theater eingeladen hat und von den alten Traditionen im Umgang mit der EU einfach nicht lassen kann. Bisher war es doch immer so… die Briten haben gequengelt und gejammert, gezickt und gestänkert und am Ende irgendwie immer die Extrawurst bekommen, die sie wollten… und das scheint jetzt der letzte große Coup in die Richtung dramatischer Abgang zu sein…

Und nu geht‘s auch noch in die Europawahl für die Briten… können wir nicht die Schotten heim in die EU holen, die wollen das ja… und allein wegen des zollfreien Whiskys… ich mein ja nur… jetzt wo der Bourbon teurer ist, weil die EU den amerikanischen Whiskey stärker bezollt…

Apropos Europa… als olle Medieneule muss ich mal ganz kurz nen Satz zu ner Sendung vom ORF loswerden… das Machwerk heißt „Willkommen Österreich“… das grenzt natürlich irgendwie schon wieder ein und aus… aber nun gut…sehen wir das mal nicht so…

Die Sendung ist sowas wie der wöchentliche Late-Night-Klassiker in Österreich… und dank Youtube und Mediathek eine meiner Lieblingssendungen jeder Woche. Dabei bilden Christoph Grissemann und Dirk Stermann ein durchaus passables Moderatoren-Duo… Grissemann als Bio-Österreicher darf dabei seine pseudodomiante Ader gegenüber den nach Österreich emigrierten und immer noch nicht integrierten Düsseldorfer Stermann ausleben.

Und ganz ehrlich… das ist für den gesetzten, frühvergreisenden Langweiler (ich) mit Anspruch an das Niveau medialer Unterhaltung echt erfrischend in dem nervigen Wust gequält lustiger und dauerhipper Late-Night-Versuche, Böhmermann ist davon explizit ausgenommen … aber … wo Licht, da auch Schatten… die Gästeauswahl ist manchmal etwas schwierig… DJ Ötzi mit seinem Jakobsweggeschwafel war echt Limit nach unten… ansonsten kann sich das echt sehen lassen… gerade die Gäste, die mehr dem österreichischen Publikum bekannt sind, sind für den Norddeutschen unterhaltsam.

Und… Grissemann und Stermann trinken während der Sendung Wein… ja ein Glück…und die meisten Gäste trinken mit… ein Prost darauf…

Kurz erwähnt sei auch noch die musikalisch Einrahmung der Show… Russkaja verkauft sich mit dem rustikalen Charme einer SKA-Rock-Kapelle … und das ist gut so…

Nichts ist schlimmer als immer wieder Retorten-Pop-Sänger sehen zu müssen, die alle gleich singen, gleich aussehen und irgendwie auch gleich heißen…

Kann es eigentlich nicht doch sein, dass das gesamte deutsche Pop-Barden-Lager aus dem Genom von Mark Forster geklont wurde und jetzt mit schauerlichem aber der verdummten Masse eingängigen Liedgut versorgt wird, und hinaus getrieben wird ins Land auf die Bühnen der Republik um dort Texte auf einfachste Melodien abzusondern, die mein hochverehrter Musiklehrer schon vor über 25 Jahren als „Pubertätslyrik“ gebrandmarkt hatte…

Jens

Jens

COFFEEPOTDIARY.de | FGW

Das COFFEEPOTDIARY ist mein ganz persönlicher Platz für Entdeckungen, Gedanken und mehr. Entstanden aus der Idee meinen Kaffeekonsum zu dokumentieren ist es mittlerweile ein Blog mit ganz unterschiedlichen Themen.