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– Werbung – weil scheinbar alles Werbung ist | Produkt selbst gekauft

Zum Standard eines gepflegten Kinobesuches zählt für mich ein Pappbecherchen M&Ms für einen Kilopreis zu dem man wahrscheinlich eine halbe Erdnussplantage bekommt.

Letzte Woche gab es die Becher nicht, sondern nur 200g Tüten, das wirft natürlich schon mal einen Schatten auf das folgende Bewertungssehen des gezeigten cineastischen Machwerks. Hierbei handelte es sich um „Venom“ und ich als jemand, den der ganze Marvel-DC-Kram eher peripher tangiert, konnte mich also sowas von entspannt auf meine Kaffee-Cola-Nüsschen Kombination einlassen… Musste ich irgendwie auch, denn die Story zog sich in den ersten 30 Minuten irgendwie so zäh, wie das animierte Glibberzeug in dem Film. Mein Pott Kaffee war alle und ich fragte mich immer noch, wann das mit der Handlung denn nun fortschreitet.

Ging dann irgendwann auch los…. Und wenn wir eins bei Deadpool gelernt haben… Lockere Sprüche sind jetzt angesagt… Hier bei Venom auch… das wiederum kann aber nur wenig über den schwachen Plott hinwegtäuschen. Die Handlungsdichte und die Charaktere sind ungefähr so dünn, wie der entkoffeinierte Kaffee in nem Seniorenheim.

Fazit… warten wir mal ab, was der nächste Teil so bringt… denn was haben wir gelernt in den letzten Jahren… das Superheldenzeugs ist eine Neverending Story.

Aber zurück zu den Nüsschen… Ich hatte irgendwie einen schwachen Abend… und so schleppte ich die halbe Tüte M&Ms aus dem Kino ins Auto. Und freute mich Montagabend wie Sau, dass ich die auf der abendlichen Heimfahrt auffuttern könnte… diese Freude hielt genau bis zu dem Moment, wo ich erkennen musste, dass sich die Tüte auf dem Beifahrersitz ungünstig gedreht hatte und sich der Inhalt sauber klackernd in die Spalte zwischen Mittelkonsole und Beifahrersitz verteilte… So gingen sie dahin… aber der Staubsauger freute sich am Tag danach über buntes Futter…

Am Dienstag wiederum ereignete sich Folgendes. Im sozialen Netzwerk Facebook, fand ich einen Zeitungsartikel, den ich gerne lesen wollte. Ich ließ mich also zu einem Klick auf den veröffentlichten Link hinreißen. Die Seite öffnete sich im Facebookinternen Browser und wurd mir offenbar. Also das was mir offenbar wurde, sah aus, wie digitaler Brechdurchfall aus Buchstaben und Bildern, weil auch in der mobilen Ansicht soviele Anzeigen ausgespielt werden, wie auf einem 27 Zoll Display. Ich möchte auch gar nicht wissen, wieviele Tracker von den journalistischen Qualtitäsangeboten eingesetzt wurden, um mein Surfverhalten zu analysieren.

Relevant wird das erst jetzt, als ich durch den Brechdurchfall scrollen wollte, kam ich unweigerlich auf eine der zweifelhaften Anzeigen… es öffnete sich natürlich spontan eine Seite, die mich mit einem „Sie sind der 29129878873 Besucher bei Facebook….Sie haben gewonnen.“ Ja genau…

So schloss ich den Artikel ungelesen und überlasse dem Zeitungsverlag den gewohnt imaginären Moment eines angenommenen Kontakts. Ein wegen zweifelhafter Werbung weggeklickter Artikel zählt in deren Welt nämlich genauso als „Kontakt“, wie eine ungelesene weggeworfene Printausgabe, in dem immer noch Leute für Unsummen Anzeigen schalten…

Apropos Unsummen… Wenn sich zwei, die ihren Zenit schon eine Weile überschritten haben, irgendwie zusammentun, dann kann das schonmal tagelang die Newsfeeds überschwemmen. So auch in dieser Woche passiert…

Alles war voll mit „Rammstein kommen nach Rostock“ … in beiden Lokalpostillen… und jeweils wurde um die schwarze Anzeige mit grafischer Stadiondarstellung ein bisschen Text gestrickt…. Oder dieses eine schwarz/weiße Promofoto veröffentlicht, dass wohl vom Management so an alle ausgereicht wurde.

Visit Dresden konnte sogar titeln „Rammstein kommen … zweimal“ Die Glücklichen…haste so oft ja auch nicht…

Und nun ist es leider so… wenn DIE deutschen Schockrocker mit beachtlicher Weltkarriere, und dass obwohl die letzten Veröffentlichungen klangen und aussahen, als ob da ein Schluck Weichspüler ins Altöl gelaufen sei, von der Lokalpresse, deren Zielgruppe vornehmlich noch aus denen zu bestehen scheint, die sich am Dorfklatsch und ein bisschen Regionalfußballbericht erfreuen, ja dann blättert der Nimbus alter Tage und man kann sich auch das getrost schenken…

Jens

Jens

COFFEEPOTDIARY.de | FGW

Das COFFEEPOTDIARY ist mein ganz persönlicher Platz für Entdeckungen, Gedanken und mehr. Entstanden aus der Idee meinen Kaffeekonsum zu dokumentieren ist es mittlerweile ein Blog mit ganz unterschiedlichen Themen.