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Morgen würde ich diesen Text bestimmt schon nicht mehr schreiben. Im Moment allerdings bin ich noch in der Stimmung dazu.

Ich bin sicher jemand, der neuen Sachen und neuen Ideen gerne eine Chance gibt, daher bin ich auch des öfteren auf den Crowdfundingportalen unterwegs. Egal ob Indiegogo, Kickstarter oder Startnext usw. Und so fand ich im letzten Herbst (!) ein Projekt, das sich um ein kleines Taschenmesser drehte. Meine Affinität zum Messerthema sorgte da natürlich für gesteigertes Interesse.

Wie gesagt, das war im letzten Herbst. Heute kam das Messer. Schon der Weg dahin war ein Trauerspiel der Unprofessionalität und mangelnden Vorbereitung und Umsetzung. Wer sich das antun möchte, der kann sich die Kickstarter Updates unter folgendem Link mal anschauen.

 

Wenn am Ende alles gut gewesen wäre, dann wäre ja alles gut…. So wiederu würde ich das aber nicht sagen. Ich befreite das Pappschächtelchen aus seiner Kunststoffhülle und prinzipiell hätte man die auch weglassen können. Unnötiger Kostenfaktor, zumal sie eh nicht sonderlich stabil und schön ist.

 

Was mir zuerst auffällt, ist der kräftige Schluck Öl, in den man die Klinge getaucht hat und mit dem man sich unweigerlich die Finger vollschmiert. Egal…. Komisch kam mir beim ersten Anblick die Klingenform vor… Und wie man auf dem Foto erkennen kann, ist die schon anders als die, die man bei Kickstarter vorgestellt hat. Und ganz ehrlich…. Der große Designwurf ist die Klinge nicht…. Da reißt auch der Industriedamast bei mir rein gar nichts mehr raus.

Wie wir an den gegenübergestellten Fotos erkennen können weichen einige Maßangaben zur Ankündigung ebenso stark ab…. Die 9-Zentimeter-Klinge hat Mühe auf 7 Zentimeter zu kommen und auch die Stärke der Klinge ist um einiges weniger als angekündigt.

 

Da bereut man doch spontan den eigenen guten Willen und die Euros, mit denen man da die britischen Crowdfunder unterstützt hat. Denn bei aller innerer Milde meinerseits. Wenn ich mit so einem Projekt in die Funding-Phase gehe, dann muss ich auch liefern können. Und zwar rechtzeitig und in ordentlicher Qualität.

Das Größenverhältnis von Klinge zu Griff ist so unharmonisch, das verletzt schon meine ästhetischen Grundansprüche.

 

Und dann das allerschlimmste. Das Gelenk von Klinge und Griff hat schon beim Auspacken Spiel… das ist immer das erste, was ich mir bei einem Klappmesser anschauen und ausprobiere… und hier begann das ganze Unheil heute Nachmittag Der Arrettierungs bügel ist ein wenig schmal bemessen und nicht gut zu bedienen. Der Daumen Schnuppie zum Auffalten des Messer ist auch eher eine designerische Zumutung, hätte aber im positiven Zusmammenspiel mit einem ordentlichen Messer als Stilelement dienen können.

 

Sorry Guys… but this is a shitty mess and no folding knife!

Und so sammelten die Kameraden von „The Great Sharpy“ (schon das ist jetzt ein ziemlich schlechter Scherz) bei den Unterstützern die Kohle ein. Und dann ging das Unheil los… eine Nachricht folgte auf die andere. Zuerst war der Klingenproduzent nicht das, was man dachte, dann waren es die Logistikpartner, die die Teile ausliefern sollten. Und so zog sich das Spiel fast ein halbes Jahr hin…

Wenn Ihr also mal ein Negativbeispiel für ein Crowdfunding Projekt haben wollt… dann glaube ich, das „The Great Sharpy“ Projekt darf man dazu zählen. Da hab ich bei 20€ Klappmessern aus China schon besseres bekommen, als das hier.